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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 01.04.2020

Kein Schmerzensgeld für Sturz über Gartencenterschlauch

Das Amtsgericht München entschied, dass die Kundin eines Baumarktes, die im Gartenbereich des Markts über einen am Boden liegenden Gartenschlauch stürzt, kein Schmerzensgeld vom Betreiber des Baumarktes verlangen kann, da das Verfangen in dem Gartenschlauch dem allgemeinen Lebensrisiko unterfällt und eine Sicherung des Schlauches vor dieser Gefahr in einem Gartencenter während der Bewässerung der Blumen nicht zu erwarten ist (Az. 122 C 9106/19).

Die Klägerin besuchte einen Heimwerkermarkt und stolperte über einen auf dem Boden quer zum Weg liegenden ungesicherten Bewässerungsschlauch. Sie stürzte und zog sich u. a. eine blutende Platzwunde am rechten Auge und großflächige Blutergüsse im Gesicht zu. Im Rahmen der Heilbehandlung musste sie Zuzahlungen in Höhe von 60 Euro leisten.

Das AG München wies die Klage auf Zahlung von Schmerzensgeld i. H. v. mindestens 2.000 Euro und Feststellung der Verpflichtung, der Klägerin alle Schäden aus dem Schadensereignis ersetzen zu müssen, ab. Nach Auffassung des Gerichts wurden die einvernommenen Zeugen erst durch den Sturz der Klägerin auf diese aufmerksam und konnten daher nicht bestätigen, dass der Gartenschlauch sich gehoben habe. Allein aufgrund der Aussage der Klägerin könne eine Verurteilung nicht erfolgen. Der am Boden liegende Schlauch stelle in einem Gartenbereich eines Baumarkts keine Verkehrssicherungspflichtverletzung dar, da hiermit zu rechnen sei und der Schlauch auch von der Klägerin wahrgenommen worden war. Selbst, wenn feststehe, dass der Schlauch sich, wie von der Klägerin in ihrer Anhörung beschrieben, hob, liege eine Pflichtverletzung seitens Mitarbeitern der Beklagten nicht vor.

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